Europa vor Ort in Hessen

Die Europäische Union ist mehr als nur Brüssel – die EU besteht aus den Kommunen, Städten und Regionen der Mitgliedstaaten. Hier wohnen, arbeiten und leben über 440 Mio. Bürger*innen Europas. Was bedeutet das für die Menschen in Hessen? Die Antwort liefern Infrastruktur, nachhaltig sanierte Gebäude, E-Mobilität, gemeinnützige Projekte und lebenswerte Stadtzentren gleichermaßen: Hessen profitiert von zahlreichen finanziellen Regionalförderungen der Europäischen Union. Überall und jeden Tag begegnen uns in Hessen EU-finanzierte Bauwerke, Produkte, Projekte und Unternehmen. Ein großer Teil des EU-Haushalts wird durch EU-Förderungen direkt zum Wohl der Bürgerinnen und Bürgern ausgegeben. Neben den finanziellen Aufwendungen hat die Europäische Kommission zudem z.B. den Hessischen Apfelwein, die Frankfurter Grüne Soße, den Odenwalder Frühstückskäse und den Hessischen Handkäs mit dem Gütezeichen der Europäischen Kommission für geschützte geographische Angaben versehen. Nur aus Hessen dürfen sie so genannt und auch verkauft werden.

Die Finanzmittel der EU gehen deutlich über die allgemein bekannte Erasmus+-Förderung für Studierende und Arbeitende in ganz Europa hinaus. In Hessen leistet die EU jährlich mit unterschiedlichen Programmen Unterstützung in Milliardenhöhe für Landwirtschaft und ländlichen Raum, Kultur, Beschäftigung und Armutsbekämpfung, Forschung, ökologische Nachhaltigkeit sowie für regionale Entwicklung. Für die Jahre 2021-2027 hat sich die Europäische Union neue Prioritäten gesetzt und besonders die Förderung von Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz, Ausbau des Gesundheitssystems und Pandemiebekämpfung in den Fokus gerückt. Auch im Jahr 2021 unterstützt die EU in Hessen die Pfleger*innenausbildung, den Einstieg in digitale Berufsfelder, E-Mobilität und die klimafreundliche Gestaltung der hessischen Kommunen. Ein Beispiel ist der Europäische Sozialfonds (ESF), mit dem der Arbeitsmarkt gestärkt und den Menschen Europas eine berufliche Perspektive gegeben werden soll. Er hilft z.B. bei der Finanzierung der Altenpfleger*innenausbildung in Limburg, der Gastronomieausbildung für Geflüchtete in Fulda und der Mobilen Jugendarbeit in Korbach. Daneben gibt es den ähnlich funktionierenden Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der die nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung unterstützt. In Hessen profitieren davon u.a. die Revitalisierung der Innenstadt Bürstadt, das E-Mobility-LAB in Kassel, die Stadt Offenbach durch eine Infrastruktur für elektromobilen Busverkehr, aber auch das Projekt „MIGRANTINNEN gründen“ in Frankfurt.

Die Fördertöpfe der EU stehen allen Bürger*innen, Vereinen, Unternehmen und Kommunen der Mitgliedstaaten zu Verfügung, die sich in von der EU geförderten Themenbereichen engagieren. Die Bundesländer sind es dann in Deutschland, bei denen die Bewerbungen für EU-Förderungen eintreffen und wo schließlich die Auswahl der EU-geförderten Projekte getroffen wird. In Hessen steht hier allen Interessierten die Hessische Staatskanzlei mit Informationen über laufende Projekte und mögliche EU-Förderungen zur Verfügung. Im Koalitionsvertrag haben wir uns das Ziel gesetzt, mit einem umfassenden Beratungsangebot die unbürokratische und erfolgreiche Beantragung von EU-Förderungen in Hessen zu unterstützen. Wir wollen in Hessen Zielgebiet einer Politik des stärkeren europäischen Zusammenhalts sein. Informationen, welche Fördertöpfe zur Auswahl stehen und welche in Frage kommen, bietet die Hessische Staatskanzlei hier.

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