Persönliche und berufliche Laufbahn

Geboren und aufgewachsen bin ich im Frankfurter Nordwesten. Mein Abitur habe ich an der Liebigschule gemacht. Dort habe ich auch den bilingualen Zweig besucht. So habe ich als erste Fremdsprache Französisch gelernt, an drei Austauschen teilgenommen und ein Betriebspraktikum in Frankreich absolviert. Bis heute bin ich von Frankreich und vom interkulturellen Austausch insgesamt begeistert. Wie viele Schüler*innen meiner Generation bin ich 2007 gegen die von der CDU eingeführten Studiengebühren erstmals auf die Straße gegangen, da Bildungsgerechtigkeit für mich bedeutet, dass Bildung allen zugänglich sein muss, egal, wie viel Geld die Eltern haben.

Nach dem Abitur im Jahr 2008 habe ich an der Hessischen Berufsakademie in Frankfurt ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Ausbildungsvertrag bei der (damals noch) Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, jetzt Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Eschborn begonnen.

Bei einem dualen Studium werden Praxis- und Studiensemester abwechselnd absolviert, so dass die Ausbildung einen hohen Praxisbezug hat. Meine erste Ausbildungsstation durfte ich beim Umweltbeauftragten der GTZ absolvieren, wo ich die Notwendigkeit, aber auch die hohen Potentiale erkannt habe, die die Berücksichtigung von ökologischen Kriterien und Umweltmanagementsystemen wie EMAS für die betrieblichen Abläufe haben. Gleichzeitig bin ich während des Studiums über Freund*innen mit GRÜNER Politik in Kontakt gekommen und habe auf unterschiedlichen Demos, u.a. gegen Atomenergie gemerkt, dass ich mich politisch engagieren will.

2009/2010 konnte ich eine Praxisphase im GTZ-Büro in Marokko absolvieren und habe dabei viel über Umweltschutzprojekte, zum Beispiel den Kampf gegen die voranschreitende Wüstenbildung, gelernt. Damals wurde mir klar, dass meine Generation die erste ist, die die Auswirkungen des Klimawandels sehr stark erleben wird und dass wir gleichzeitig diejenigen sind, die sie noch begrenzen können.

Im Jahr 2010/2011 habe ich meine Bachelorarbeit über das Thema „Betriebliches Umweltmanagement im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie“ geschrieben und bin 2011 Bündnis90/Die Grünen beigetreten. Ich glaube, dass zivilgesellschaftliches Engagement allein nicht ausreicht, sondern bessere staatliche Rahmenbedingungen im Energie- und Finanzsektor, bei Verkehr und Wirtschaft benötigt werden, um die Auswirkungen der Klimakrise noch begrenzen zu können. Das war für mich der initiale Grund, parteipolitisch aktiv zu werden und mich später auch auf Mandate in der Politik zu bewerben.

Nach dem Bachelor-Studium habe ich mit 22 Jahren meine erste „richtige“ Vollzeit-Stelle bei der GIZ im Personalcontrolling begonnen und dort begleitet, wie aus den drei Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit GTZ, DED und INWent die GIZ wurde. Gleichzeitig habe ich an der Fernuniversität Hagen einen Master in Economics/Volkswirtschaftslehre begonnen, den ich 2014 mit einer Masterarbeit zu Finanzstabilität abgeschlossen habe. In diesem Jahr bin ich in die Abteilung „Einkauf und Verträge“ gewechselt und war von da an bis zu meiner Wahl in den Landtag zuständig für nationale und europaweite Ausschreibungen für Auftragnehmer der GIZ. In dieser intensiven Zeit habe ich viel über Finanzierungen aus EU-Finanztöpfen, aber auch über Verhandlungsgeschick und Diplomatie gelernt. Eine tolle Erfahrung waren die unterschiedlichen Trainings für nationale und deutsche Auslandsmitarbeiter*innen an so unterschiedlichen Standorten wie Senegal, Sudan, Thailand und der Mongolei, die ich in dieser Zeit leiten konnte.

Als „Frankfurter Mädsche“ war und ist für mich die konkrete Politik vor der Haustür sehr wichtig. Mit anderen GIZ-Kolleg*innen habe ich daher 2015 die GRÜNE Stadtteilgruppe im Frankfurter Ortsbezirk Mitte-West (Ortsbezirk 7), der die Stadtteile Hausen, Industriehof, Rödelheim und Praunheim umfasst, wiederbelebt. Bei der Kommunalwahl 2016 bin ich als „Newcomerin“ auf Platz 1 der Liste für den Ortsbeirat angetreten – auch, weil es keine andere Bewerberin gab. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass auch Frauen in der Politik Verantwortung übernehmen. Ohne die Quotenregelung von Bündnis90/Die Grünen hätte ich mich vielleicht nicht zur Wahl gestellt. Denn ich war durch meinen Job schon sehr ausgelastet und war nicht sicher, alles unter einen Hut zu bekommen. Dass ich deutlich gewählt wurde, hat mich aber in meiner Entscheidung bestärkt, stärker politisch aktiv zu sein. Seitdem beschäftige ich mich mit meiner Fraktion im Ortsbeirat damit, wie wir in und um Frankfurt besser leben und uns umweltfreundlicher verhalten und fortbewegen können. Das Mandat möchte ich auch trotz meiner Wahl in den Landtag weiter behalten, sofern es die Zeit zulässt.

Bei der Landtagswahl darf ich nicht nur meine Heimatstadt Frankfurt am Main als direkt gewählte Abgeordnete vertreten; als europa- und finanzpolitische Sprecherin meiner Fraktion kann ich mich auch für GRÜNE Politik einsetzen, die pragmatische Konzepte mit Idealismus verbindet. Diese Zuständigkeit freut mich vor dem Hintergrund meiner bisherigen Erfahrungen und Laufbahn sehr. Darüber hinaus liegt mir die Gleichberechtigung von Frauen* und Männern besonders am Herzen