Hessen begibt erfolgreich seine erste Grüne Anleihe

Hessen hat im Juni sehr erfolgreich seine erste Grüne Anleihe mit einem Volumen von 600 Millionen Euro begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ist mit einem Kupon von 0,01 Prozent ausgestattet. Damit ist Hessen das erste Land mit einer Grünen Anleihe in diesem Umfang und auch Vorbild für andere Bundesländer.

Mit den sogenannten Green Bonds werden die Ausgaben für Klima- und Umweltschutz transparent. Dass die Anleihe mit außerordentlich großem Interesse angenommen wurde, freut uns besonders. Die sechsfach überzeichnete Nachfrage zeigt, dass ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz auch auf dem Kapitalmarkt vorhanden ist und nachhaltige Anlagemöglichkeiten attraktiv sind. Denn nachhaltige Anleihen verzeichneten nicht zuletzt in der Corona-Krise eine stabilere und auch finanziell bessere Performance.

Mit den Emissionserlösen der hessischen Grünen Anleihe werden mehrere ökologische und nachhaltige Vorhaben aus den Haushaltsjahren 2018 bis 2020 – unter Beachtung des Prinzips der Gesamtdeckung des Haushalts und auf Grundlage des Haushaltsplans – finanziert. Beispiele hierfür sind etwa:

  • Umweltfreundlicher ÖPNV und damit Ausgaben zur Förderung und Verbesserung von nachhaltigen und umweltfreundlichen Verkehrssystemen wie Radverkehrswegfinanzierung;
  • Maßnahmen für den Wald mit Ausgaben, die die Aufforstung fördern und die Beseitigung von Waldschäden unterstützen;
  • Ausgaben, um den Energiebedarf sowie den Emissionsausstoß von öffentlichen Gebäuden zu minimieren (CO2-neutrale Landesverwaltung).

Die von Hessen ausgewählten Handlungsfelder erhielten die Bestnote von der unabhängigen und renommierten Ratingagentur ISS ESG.

Ab dem Folgejahr der Emission wird es jährlich, bis zur vollständigen Allokation der Emissionserlöse, ein transparentes Grüne Anleihe-Reporting geben. Darin werden Details zu der Zuordnung der Emissionserlöse zu geeigneten Grünen Ausgaben veröffentlicht. Neben diesem Allokationsbericht wird es auch einen Wirkungsbericht geben, der die messbaren Auswirkungen der finanzierten Projekte und Maßnahmen bewertet.

Der Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung schreibt in seinem im Frühjahr veröffentlichten Bericht: „Bund, Länder und Kommunen sind wichtige Standardsetzer und Emittenten, an denen sich private Emittenten orientieren. Mit einer nachhaltigen Emissions- und der dafür notwendigen Haushaltspolitik sowie einer öffentlichen Berichterstattung kann die öffentliche Hand wichtige Signale senden.“ In diesem Sinne ist die Landesregierung ein Multiplikator, damit mehr Kapital in nachhaltige Investitionen fließen kann, wo es dringend benötigt wird. Denn die Klimakrise macht es dringend erforderlich, Finanzfragen enger mit der Klimakrise zu verknüpfen und eine ökologisch ausgerichtete Finanzwirtschaft spielt beim Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft eine Schlüsselrolle.

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