Menschenkette für Menschenrechte – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*

Für den 25. November 2020, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, rufen mehr als 25 Frankfurter Organisationen, Institutionen und Parteien – darunter Bündnis 90/Die GRÜNEN und die GRÜNE Jugend Frankfurt – organisiert vom Bündnis Frankfurt für Frauenrechte zur Beteiligung an einer Menschenkette um 16.30 Uhr am südlichen Mainufer auf.

„Gerade in der Pandemie, die die Gewaltbedrohung für viele Frauen* und Mädchen* noch erhöht, wollen wir nicht still und untätig bleiben“, heißt es in dem Aufruf von „Frankfurt für Frauenrechte“. „Mit der Menschenkette wollen wir ein starkes Zeichen der Solidarität mit Betroffenen und für die Durchsetzung der fundamentalen Rechte von Frauen* und Mädchen* setzen.

Weltweit und auch in Frankfurt sind geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen sowie häusliche Gewalt für Frauen* und Mädchen* Alltag, quer durch die ganze Gesellschaft. 1.238 Fälle häuslicher Gewalt, 1.205 Rohheitsdelikte (Körperverletzungen, Freiheitsberaubung), 128 Fälle von Stalking und Nachstellung, 527 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (u.a. Vergewaltigungen), 2 Femizide und 5 versuchte Femizide weist allein die Frankfurter Kriminalstatistik für 2019 aus, bei einer sehr hohen Dunkelziffer. Jeder einzelne Fall zerrüttet Familien, beschädigt die physische und seelische Gesundheit auch der Kinder dieser Familien. Geschlechtsspezifische Gewalt in jeder Form ist eine globale Menschenrechtsverletzung mit verheerenden, langwirkenden gesundheitlichen Folgen und Todesgefahr für die Hälfte der Menschheit. Die Istanbul Konvention, die Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarates, der 2014 in Kraft trat, verpflichtet alle unterzeichnenden Staaten zu einer bedarfsdeckenden, wohnortnahen, allgemein zugänglichen und angemessenen Infrastruktur, um Gewaltschutz und Unterstützung zu garantieren.

Wir fordern die Umsetzung aller in der Istanbul-Konvention beschriebenen Maßnahmen für alle Frauen* und Mädchen* unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Nationalität.

Wir fordern die Europäische Union, Deutschland, die Landesregierung und die Stadt Frankfurt auf, alles daran zu setzen, dieses zivilisatorische Desaster wirksam und entschlossen zu bekämpfen.

In Deutschland hat die Konvention Gesetzescharakter. Eine Kürzung von Mitteln darf nicht stattfinden.

Mit der Menschenketten am südlichen Mainufer werden wir unseren Forderungen sichtbar Nachdruck verleihen und Solidarität mit den Betroffenen zeigen – unter Beachtung aller Regelungen und Auflagen des Infektionsschutzes. Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Frauen frei von Gewalt und Diskriminierung gleichberechtigt und respektiert leben können! Wir fühlen uns verbunden mit den Frauen* und Mädchen*, die auf der ganzen Welt gegen Gewalt aufstehen und schauen aktuell mit Hoffnung und Respekt auf die mutigen Kämpfer*innen in Polen und Belarus.

Treffpunkte sind der Tiefkai am Eisernen Steg und an der Untermainbrücke ab 16.00 Uhr. Dort werden von den Organisator*innen Mund-Nasen-Masken und 2 Meter lange Abstandsbänder in orange an die Teilnehmer*innen verteilt. Wir knüpfen damit an die Aktion ORANGE YOUR CITY an, bei der am 25.11.2020 ab 17.00 Uhr öffentliche und private Gebäude zur Mahnung an Gewalt an Frauen* orange angestrahlt werden.

Die Aktion wird durch eine Drohnenaufnahme dokumentiert und veröffentlicht.“

GEMEINSAM GEGEN GEWALT AN FRAUEN* UND MÄDCHEN* wird unterstützt von

ASF, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Frankfurt, BrokenRainbow, Bündnis 90/Die GRÜNEN Frankfurt am Main, Care Revolution e.V., Caritasverband Frankfurt am Main e.V., DaMigra e.V., DGB, Die Linke Frankfurt, Feministische Partei DIE FRAUEN, FEM Mädchen*haus Frankfurt, FIM-Frauenrecht ist Menschenrecht e.V., Flüchtlingsrat Hessen, Frankfurt für Frauenrechte, Frauen helfen Frauen Frankfurt e.V., Frauen in Bewegung, Frauennotruf Frankfurt, Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main, Frauenverband Courage e.V., GRÜNE Jugend Frankfurt, gffb gGmbH, INFRAU e.V., Junularo Frankfurt e.V., Kinothek Asta Nielsen, LIBS, Lesben Informations- und Beratungsstelle, Parität Hessen, pro familia Hessen, saloonY e.V., SPD Frankfurt, VAMV, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, ZAN, Hilfsorganisation zur Förderung der Rehte afghanischer Frauen e.V., ZONTA Club Frankfurt II Rhein-Main, #NoFragida.

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