Noch 100 Jahre warten auf Gleichstellung?

Behalten die EU-Mitgliedsstaaten ihre Geschwindigkeit in der Bekämpfung des Gender Pay Gap bei, wird die EU durchschnittlich 2104 die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern erreichen. So das Urteil einer Studie der European Trade Union Confederation (ETUC), in welcher die ETUC den Fortschritt der EU-Mitgliedsstaaten in ihrer Bekämpfung des Gender Pay Gap seit 2010 ausgewertet hat. Entsprechend der Ergebnisse der letzten zehn Jahre gibt die ETUC nun ihre Prognose für die Zukunft ab, sollte die Entwicklung des Gender Pay Gap in der Europäischen Union gleichbleiben. Während die Lücke in neun der 27 Staaten der EU voraussichtlich 2050 geschlossen wäre, müssten Frauen in Deutschland 100 Jahre warten, bis sie 2121 die gleichen Löhne wie Männer in den entsprechenden Positionen erhalten würden. Noch schlimmer wären Frauen in Frankreich betroffen, wo eine Wartezeit von über 1000 Jahren prognostiziert wird. Am schlimmsten trifft es aber Frauen in Ländern wie Portugal, Irland und Kroatien, wo sie derzeit noch mit einem Wachstum des Gender Pay Gap zu kämpfen haben.

Diese Jahreszahlen sind umso erschreckender vor dem Hintergrund, dass die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrer Antrittsrede 2019 eigentlich die Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit innerhalb der EU angekündigt hatte. Die Ergebnisse der ETUC legen somit offen, dass den Worten bisher keine Taten gefolgt sind. Insbesondere in Zeiten einer Krise, in der die Hauptlast von Frauen in systemrelevanten Berufen getragen wird, ist dieser Umstand alarmierend. Es liegt in den Hängen der Kommissionspräsidenten dieser Ungerechtigkeit auf Ebene der Europäischen Union nicht nur den Kampf anzusagen, sondern ihn auch tatsächlich auszutragen. Deswegen kann ich mich den Forderungen der ETUC an von der Leyen nur anschließen, so entschieden wie möglich gegen den Gender Pay Gap in Europa vorzugehen!

Die Pressemeldung der European Trade Union Confederation findet ihr Hier.

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