ELER und Horizont 2020 – Umsetzung der EU-Förderprogramme in Hessen

Das Ziel europäischer Kohäsionspolitik ist es, Unterschiede zwischen den Regionen zu verringern. Zur Finanzierung dieses Ziels wurden die sogenannten Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI- Fonds) geschaffen, zu denen auch der ELER-Fonds gehört. Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums – kurz ELER – zielt dabei vor allem darauf ab, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in ländlichen Räumen zu fördern. Daneben stehen jedoch auch Aspekte wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Vordergrund der Förderung, von der natürlich auch Hessen profitiert.
Letzte Woche im Europaausschuss haben wir den Bericht zum Umsetzungsstand von ELER in Hessen diskutiert. So stehen dem Land Hessen in der aktuellen Förderperiode 2014 – 2020 ELER-Mittel in Höhe von bis zu 319 Mio. Euro zur Verfügung, die in die Finanzierung des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum (EPLR) fließen. Bis Ende 2019 wurden hiervon bereits 262 Mio. Euro (82%) bewilligt sowie fast 200 Mio. Euro auch ausgezahlt – ein wirklich guter Zwischenstand.
Zusätzlich dazu haben wir im Europaausschuss auch über Horizont 2020 gesprochen. Dieses Förderprogramm ist zugleich das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Lehre und wurde auf Initiative der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Es zielt darauf ab, die Wissenschaft in Europa zu fördern, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu gewährleisten sowie gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Zur Erreichung dieser Ziele fördert Horizont 2020 in der aktuellen Förderperiode 2014 – 2020 mit knapp 80 Mrd. Euro Forschungsprojekte in ganz Europa.
In diesem Rahmen erstreckt sich der hessische Anteil an diesen EU-Forschungsmitteln bisher auf fast 380 Mio. Euro. Zudem konnten bereits 965 Projekte mit hessischer Beteiligung erfolgreich Fördermittel beantragen. Zu diesen Projekten gehört auch „Open Corona“, an welchem die Justus-Liebig-Universität Gießen beteiligt ist. Dort forschen seit Januar zahlreiche Wissenschaftler*innen – in Kooperation mit weiteren europäischen Universitäten – an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2. Schon Anfang Juni konnte ich mich im Gespräch mit Prof. Dr. Friedemann Weber von der JLU davon überzeugen, wie wichtig es ist, den Forschungsstandort Hessen weiter zu stärken.

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